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Gemeinde Tykocin


196-080 Tykocin
ul. Z³ota 2
Tel/Fax (085) 718 16 27


Email:
um1_tykocin@zetobi.com.pl

Gemeindefläche: 207 km²
Einwohnerzahl: 6 796
Haushaltsanzahl: 208


 

Tykocin wird „Barockperle” genannt. Das Dorf gehört zu etwas verschlafenen aber anmutsvollen Dörfern, gelegen in der Nähe zu Bia³ystok. Es gewinnt Touristen mit seiner ergreifenden Natur, seltenen Vogelarten und einmaligen Tiergattungen. Auf dem Gebiet der Gemeinde Tykocin befindet sich das Schutzgebiet „Narew-Tal”, wo der Fluss Narew sein Überschwemmungsgebiet hat und  Labyrinthe von Flussbetten, Altwässern und von pittoresken Flussschleifen bildet, die die ganze Breite des Tals ausfüllen. Um das Tal herum breiten sich landwirtschaftlich genutzte Gebiete sowie Sumpf- und Torfgebiete. An beiden Flussseiten liegen Sümpfe. Sie sind nach den Biebrzañskie-Sümpfen die größten derartig ursprünglichen Gebiete im Mitteleuropa. Die Ober-Narew Umgebung ist für Ornithologen in jeder Jahreszeit sehr attraktiv. Es wurden hier über 150 Vogelarten gezählt. Auf dem Gemeindegebiet verläuft auch die Rand Zone des Narew Nationalparks, ebenfalls eine Schutzzone. Dies ist heute das einzige, im natürlichen Zustand erhaltene Fragment eines Sumpftals eines großen polnischen Flusses. In der Landschaft des Nationalparks werden zwei grundlegende Elemente unterschieden: Zum einen gibt es das breite sumpfige Flusstal mit einem ausgebauten System von Flussbetten, welche ein Strömungsnetz bilden, das stellenweise die ganze Talbreite umfasst. Zum anderen erkennt man die das Tal umhüllenden Moränenanhöhen, die vereinzelt relativ große Höhen erreichen und zum Tal hin steil abfallen. 

 

Im Naturschutzgebiet Szel±gówka kann man Kieferwälder bewundern, die auf einem breiten Dünengebiet vorkommen. Erwähnenswert ist ebenso der Tykociner Sumpf, der eine Fläche von 400 ha hat. Der Sumpf bildet ein Teil des Narew Tals, zwischen dem Dorf Góra und der Stadt Tykocin gelegen. Das Naturgebiet besteht aus Wiesen, Brachfeldern, Steh- und Altwasser. In der Gemeinde treten auch verschiedene zahlreiche Naturdenkmäler auf, wie beispielsweise Esche und eine Allee mit 155 Bäumen im Dorf Stelmachowo, Wacholder in Krosno und ein erratischer Block in Sierki und Le¶niki. Um diese einzigartige Natur zu bewahren, achtet man besonders sensibel auf ökologische Fragen. Um die Probleme der Abwasserwirtschaft zu lösen, werden moderne sanitäre Kanalisationsanlagen und am Haus gelegene Kläranlagen gebaut. Die bestehenden Heizanlagen werden modernisiert, indem traditionelle durch moderne mit erneuerbarer Energie gespeiste Heizsysteme ersetzt werden. Schließlich werden öffentliche Gebäude im Bezug auf die Wärme modernisiert, um Wärmeverluste zu eliminieren.

 

Die fast 600 Jahre alte Stadtgeschichte spiegelt sich in zahlreichen Sehenswürdigkeiten wider. Im Zentrum der Stadt, auf dem trapezförmigen Rathausplatz mit Barocker Stadtplanung befindet sich das älteste weltliche Denkmal in Polen. Das Denkmal stammt aus dem Jahre 1763 und stellt einen der Rechtsnachfolger, Stefan Czarniecki dar, der die Stadt geerbt hat. Das Denkmal wurde von seinem Nachkommen Jan Klemens Branicki gestiftet. Die östliche Straßenfront belegt der Kirch- und Klosterkomplex aus dem 18 Jahrhundert. Die Dreifaltigkeitskirche repräsentiert den barocken Stil: Im Kircheninneren kann man u.a. Orgel im Rokokostil und Gemälde von August Mirys, dem Hofmaler der Familie Branicki bewundern. Etwas südlicher, in Richtung zu Narew hin, befindet sich eine der wertvollsten Sehenswürdigkeiten von Tykocin, ein Militäralumnat aus der Zeit der Spätrenaissance, das in den Jahren 1634-37 durch Krzysztof Wiesio³owski gestiftet wurde. Dieses im Weltmaßstab einmalige Gebäude wurde gemäß der ursprünglichen Bestimmung bis zum Jahre 1914 genutzt.

 

Tykocin war vor dem II. Weltkrieg das zweitgrößte nach Krakau Zentrum der jüdischen Bevölkerung. Die ersten Juden kamen nach Tykocin am Anfang des 15. Jahrhunderts und ließen sich im westlichen Stadtteil nieder, der Kaczorowo genannt wurde. Die jüdische Gemeinde baute eine Synagoge im Jahre 1642, die nach dem II. Weltkrieg saniert wurde und heute von vielen Touristen besucht wird. Der Tempel wurde auf einer Dreiecksform aufgestellt und repräsentiert eine typische für jüdische Gotteshäuser Teilung: Vorraum, Hauptraum und Frauenschiff, ein getrennter Raum für Frauen.

 

Im nördlichen Stadtteil, im Narew-Flussgebiet stehen Ruinen des Schlosses vom König Zygmunt August. Der Monarch gelangte in den Besitz von Tykociner Gütern durch die Heirat mit Barbara Radziwi³³, der Witwe von Gaszto³d. Im Jahre 1553 baute Zygmunt August das Schloss zu einer königlichen Residenz mit einer Festungsfunktion um. Es wurde hier die Schatzkammer und Arsenal, eine von £ukasz Górnicki geführte Bibliothek und Geldprägestelle platziert. Das Schloss im Gotisch-Renaissancestil wurde auf einem Rauteplan gesetzt und besaß vier halbrunde Warttürmer. Der König August II. der Starke setzte hier die älteste Auszeichnung des Weißen Adlers ein. Das Schloss wurde schließlich in der Schwedischen Sintflut zerstört und danach unterlag es einer weiteren Verwüstung. Das andere Sakralgebäude von Tykocin bildet ein am Fluss gelegener Gebäudekomplex des alten Bernardinerklosters. Zum Komplex gehört eine Kirche mit einem Schiff, die auf dem Gebiet des damaligen Landguts von Zygmunt August aus den Jahren 1771-91 entstand.

 

Von Tykocin geht eine alte, mit knorrigen Birken bewachsene Straße nach Pentowo. Die Ortschaft ist ein alter Wohnsitz von Adelsfamilien. Auf einem breiten Hain befindet sich ein historisches Holzlandgut der Familie Toczyd³owski aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Das Gebäude gehörte über 100 Jahre einer Familie, wodurch es eine authentische Innenausstattung vom Adelsgut aufbewahrte: Alte Öfen mit reichen Ornamenten, hundertjährige Schränke, Sekretäre, Anrichten, Uhren aus dem Jahre 1875. In den letzten Jahren wurde das Dorf Pentowo durch Störche berühmt, die als ein Symbol von Podlasie betrachtet werden. Die Störche fanden ein besonderes Gefallen an diesem Ort. Auf den Gebäudedächern des alten Holzlandguts gibt es über 20 Störchennester. Im Jahr 2001 bekam Pentowo als erstes Dorf in Polen den Ehrentitel „Europäisches Störchendorf”. Auf Tafeln wird das Anflugsdatum und die Zahl der Störchenpaare notiert, die in den jeweiligen Jahren hier verblieben. Diese Auszeichnung brachte die Gemeinde auf die Projektidee, einen Störchenwanderweg von Podlasie zu schaffen, der durch die drei Nationalparks: Biebrzañski, Narwiañski i Bia³owieski führen soll.

 

Kiermusy
Einige Kilometer westlich von Pentowo, im Dorf Kiermusy befindet sich eine luxuriöse Pension „Landgut auf den Wiesen”. Für die Touristen stehen 5 stilvolle Häuser zur Verfügung. Es ist ein Gesindehaus mit vier Wohnungen mit Volkselementen. Liebhaber von typisch polnischen Gerichten lädt das zum Gebäudekomplex gehörige Wirtshaus „Rom” ein. Am ersten Sonntag im Monat findet hier einer der größten Volksmärkte in Podlasie statt.

 

Je¿ewo Stare
In der unmittelbaren Nähe von Tykocin an der Staße Warschau-Bia³ystok liegt eine Ortschaft mit einer reichen und interessanten Geschichte. Je¿ewo Stare war im 15. Jahrhundert ein Königsdorf und seit dem 19. Jahrhundert war es im Besitz von der Familie Gloger. Im Landgut wurden viele berühmte Personen empfangen, vor allem bekannte Schriftsteller. Viele Szenen aus der „Trilogie” von Henryk Sienkiewicz entstanden wahrscheinlich während seines Aufenthalts im Landgut. Im nah gelegenen Dorf Rzêdziany führten die zwei Familien, Rzêdzian und Jaworski den berühmten Streit um den Birnenbaum.

 
 

 
   

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